Aufbau von Sanitäranlagen
Maurerarbeiten: Die Toiletten werden oft von Frauen gebaut.
WATSAN - so heißt das Projekt, an dem Oikocredit Indien seit 2011 arbeitet. Eine Mitarbeiterin aus dem indischen Oikocredit-Büro berichtete über das Programm rund um Wasser- und Sanitäranlagen.
„Toiletten statt Tempel“
Sauberes Trinkwasser, Wasseranschlüsse und Toiletten sind für uns eine Selbstverständlichkeit. Für viele Familien in Ländern des globalen Südens gehört hingegen verschmutztes Wasser, der mühsame Gang zum Wasserholen und die Notdurft im Freien zum Alltag. Zugegeben: In den letzten Jahrzehnten hat es durchaus Fortschritte gegeben, aber Schätzungen zufolge verrichten immer noch fast eine Milliarde Menschen ihre Notdurft draußen – 60% davon leben in Indien. „Toiletten statt Tempel“ war deshalb die Parole, die der indische Premierminister Modi jüngst ausgab. Das ambitionierte Ziel der Regierung ist es, das Problem bis 2019 zu beseitigten.
Das WATSAN-Projekt
Auch die indische Oikocredit-Tochter Maanaveeya arbeitet seit 2011 daran. Das sogenannte WATSAN-Projekt war auf vier Jahre angelegt und wurde von der Weltbank mit unterstützt. Das Programm zur Finanzierung von Wasser- und Sanitäranlagen setzte auf eine Kombination von speziellen Krediten und Bewusstseinsbildung. Oikocredit hat in dessen Rahmen Darlehen in Höhe von rund 550 Millionen indischen Rupien (ca. 7 Mio. Euro) an zwölf Mikrofinanzpartner vergeben und Fortbildungen mit einem Zuschuss von einer halben Million US Dollar unterstützt. Die Schulungen waren breit angelegt – für KreditsachbearbeiterInnen ebenso wie HandwerkerInnen bis hin zu Mitarbeitenden von lokalen Behörden. In Aufklärungsworkshops wurde der Zusammenhang von Fäkalien und Krankheiten deutlich gemacht.
Bessere Lebensumstände
Umfragen zeigten, dass die Zufriedenheit bei den Kreditnehmerinnen sehr groß war: Mehr als 80% gaben an, dass die Toiletten- und Sanitärkredite das Leben ihrer Familien erheblich verbessert hätten. Neben dem Hygienefaktor wurden auch Vorteile wie Zeitersparnis und geringere Kosten für Gesundheitsausgaben genannt.